Österreich in der Nachkriegszeit

 

Bernd Fischerauer: Burli

Picus Verlag; 978-3-7117-2046-7; € 24

Adolf Wretschnig, der von allen nur Burli genannt wird, lebt in Graz  der Nachkriegszeit. Er kann dieses „Burli“ nicht mehr hören, ist er doch längst kein kleiner Bub mehr, sondern längst ein Teenager. Aber Adolf zu heißen und einen ehemaligen SS-Offizier als Vater zu haben ist kein leichtes Erbe. Zwischen Aufbruchstimmung und kleinbürgerlichen Denken, beginnt er zu hinterfragen, wer sein Vater, der biedere Keksevertreter wirklich ist.

Bernd Fischerauer, bekannt als Regisseur  und Drehbuchautor nimmt uns in seinem Debüt mit, durch die rasanten Jugendjahre von Adolf, der nach  Antworten sucht. Was nicht unbedingt  leicht ist, in einer Umgebung in der die Verdrängung und das Nicht-Hinschauen-Wollen zur meisterlichen Disziplin wird.

Während der Lektüre musste ich immer wieder an meine Schulzeit in den 80er Jahren denken. In der wir Jahre über Jahre im Geschichtsunterricht von den Babenbergern bis zu den Habsburgern jede Schlacht analysierten. Leider blieb dann knapp  vor der Matura nur mehr wenig Zeit für die Geschehnisse des 2. Weltkrieges, geschweige denn, eine Aufarbeitung, welche Rolle das brave, arme annektierte Österreich in dieser Zeit spielte.

Das nenne ich die typische „Kopf-in-den-Sand-Taktik“.

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