Stothard Anna: Museum der Erinnerung


Ganz druckfrisch habe ich soeben das neueste Buch der englischen Autorin, zwischen die Finger bekommen – und gleich in einem Stück durchgelesen. 2013 erschien ihr erstes Buch „Pink Hotel“ in deutscher Sprache und schon damals hat mich diese Art, Geschichten so unaufgeregt und doch so fesselnd erzählen zu können, fasziniert und mich mit der Protagonistin mit leben  und -fühlen lassen.

Diesmal geht es um die junge Britin Cathy, die ebenso wie  ihr Partner, Tom, eine Anstellung im Museum für Naturkunde, in Berlin hat. Heute, an diesem schwülen Abend steht die Gala zum 200. Geburtstag des Hauses auf dem Programm, bei der Cathy eine Auszeichnung für ihre Arbeit in Empfang nehmen soll. Doch die Geschichte führt uns ganz woanders hin, denn Daniel ihr ehemaliger Freund, der die letzten Jahre im Gefängnis verbracht hatte, taucht kurz vor der Eröffnung auf und bedrängt sie. Zwischen all den ausgestopften Kreaturen des Museums und den oft kuriosen Informationen über die einzigartige Welt der Flora und Fauna, beginnt eine Rückschau und eine Reflexion, über das was in der Vergangenheit passiert ist.

„Weißt du, dass Haie keine Knochen haben? Wusstest du, dass es weniger als sechs Wochen dauert, wenn man mit dem Auto, mit 100 Kilometer pro Stunde, bis zum Mond fährt? Und wusstest du, dass der Eisbär unten im Lichthof aus Alaska stammt und Quannik heißt. Das bedeutet bei den Inuit Schneeflocke, er wurde erschossen weil er ein Dorf terrorisiert hat – eine menschenfressende Schneeflocke.

Anna Stothards Bücher erscheinen in der deutschen Ausgabe im Diogenes Verlag.

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