Heller Andrè: Uhren gibt es nicht mehr

 

Andrè Hellers Gespräche mit seiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr.

 Besser als jeder „Lebens-Ratgeber“ liest sich dieses feine, schmale Büchlein in dem Andrè Heller Gespräche mit seiner Mutter Elisabeth,  über ihr Leben und über das Leben als solches, aufgezeichnet hat. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame – 102 Jahre alt und die sich manchmal wünscht, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“.

Kann man ermessen wieviel diese Frau gesehen und erfahren hat. Die Zwischenkriegszeit als Kind und Jugendliche –  und dann den 2. Weltkrieg. Ein Leben voll aufregender Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur aber auch ein ständiges Ringen mit der Rolle der Frau und ihren Konventionen.

Ehrliche und würdevolle Gespräche zwischen Mutter und Sohn, die mich nachdenklich machen, mich zum Schmunzeln bringen und mir die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen führen.

Andrè: Was wäre denn eine Gnade, Mama?

Elisabeth: Alles was rechtzeitig geschieht, nicht vor oder nach der Zeit.

Andrè: Möchtest du mir etwas sagen?

Elisabeth: Weißt du, das Reden hab ich ein Leben lang überschätzt, ich rede nur mehr das Nötigste, das Schweigen bringt für gewöhnlich höheren Genuss.

Ein Leben gespiegelt in einem ganzen Jahrhundert!

 

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