Nadolny Sten: Das Glück des Zauberers

Eine Entführung in die fantastische Welt der Magie und in die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts.

12 Briefe schreibt der Zauberer Pahroc an seine Enkelin Mathilda. Diese erzählen über sein bewegtes Leben über 111 Jahre hinweg. Seine Fähigkeit durch die Lüfte zu spazieren und die außerordentlich hilfreiche Begabung des „langen Arms“ und vielen anderen Tricks die das Leben in einer schwierigen Zeit um einiges leichter machten. Pahroc ist überzeugt, dass  seine Enkelin diese besondere Gabe der Magie geerbt hat und versorgt sie auf liebevolle und humorige Art und Weise mit Ratschlägen und Weisheiten:

„Angst ist nicht schlimm, wenn Du sie nicht zum Raubtier werden lässt. Das kann den Geist verformen. Bilde Dir aber nie ein, Du wärst ganz frei von ihr. Lass sie leben, gib ihr einen Platz, halte sie als Haustier. Erlaube ihr ab und zu ein bisschen zu fauchen und zu kratzen, aber zeige ihr Grenzen, verwöhne und mäste sie nicht.

Sten Nadolny hat seiner Hauptfigur eine reiche Biografie geschenkt. Geboren als Sohn eines Indianers und einer deutschen Tänzerin erlebt er den 1. Weltkrieg und entwickelt schon früh eine unerschütterliche Passion zur Technik. Glimpflich  übersteht er den 2. Weltkrieg, obwohl sein alter Jugendfreund „Schneidebein“ sich als fanatischer Nazi herausstellt und Pahroc das Leben schwer macht und wie er sich schließlich als Elektriker, Privatpilot, Küster und Organist durchschlägt.

Ein solch wunderbares Buch, das da dem Autor des Welterfolgs  „Die Entdeckung der Langsamkeit“ gelungen ist. Es lässt mich mit staunend und lachend zurück und berührt mein Herz auf ganz eigentümliche Art. Ein leuchtender Stern am Literaturhimmel.

erschienen bei Piper 2017

 

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