Ng Celeste: Kleine Feuer überall

Manchmal muss man das Alte niederbrennen, damit Neues entstehen kann!

Celeste Ng kann man wohl als „die Newcomerin“ in der amerikanischen Literaturszene, bezeichnen. Ihr Debüt „Was ich euch nicht erzählte“ wurde in kürzester Zeit zum Bestseller und hamsterte ordentlich Preise ein. Die Autorin, die in Pittsburgh aufgewachsen ist und in ihrer Jugend  in den Vorort Shaker Heights/Cleveland, Ohio zog, macht genau diese Kleinstadt zum Mittelpunkt ihrer Bücher.  Eine amerikanische Vorzeigestadt und Hochburg des wohlanständigen, geordneten und kleinbürgerlichen way-of-life.

Eben dort hat die Autorin auch  ihren neuesten Roman „Kleine Feuer überall“ angesiedelt. Nichts wurde bei der Planung der Stadt dem Zufall überlassen; die Anordnung der Häuser, deren Fassadengestaltung, die ordnungsgemäße Pflege der Grünflächen, alles wird vorgegeben und gehorcht einer eigenen Ordnung. Ein Zuhause für den gehobenen Mittelstand, bevorzugt Akademiker, Intellektuelle und Aufsteiger, deren Kinder das entsprechende Umfeld geboten wird um wohl geraten heranwachsen zu können.  Aber wie kann es anders sein: hinter den Fassaden bröckelt es gewaltig.

In der Familie Richardson, ist es  Izzy, die jüngste von vier Kindern, die sich so gar nicht in das schon fertige, perfekte Bild einfügen will. Izzy die mehr als rebellisch ist, die ausflippt und schon mal andere bedroht, deren Zunge nicht zu bändigen ist und die mit einer Nonchalance ihre Wahrheit ausspricht, sie scheint ausschließlich aus Ecken und Kanten zu bestehen. Ihre Mutter, eine Journalist die unbedarfte Artikel für die örtliche Zeitung schreibt und für die das Einhalten von Regeln das Überlebensgerüst bedeutet, liegt mit ihrem Sorgenkind im Dauerclinch und anstatt Liebe und Verständnis hagelt es ständig Kritik und noch straffere Ordnungsrufe. Eines Tages taucht nun die unkonventionelle und mittellose Künstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl auf und bringt allein durch ihre ruhige, unspektakuläre Art Wirbel und Unvorhersehbares mit und zunehmend zerbricht das fragile Netz von Berechenbarkeit und langweilige Stabilität.

Die Autorin stellt mit ihrer Literatur die Frage nach der Bedeutung von Familie, Herkunft und Verbundenheit. Wie sehr prägt uns unser Aufwachsen und wie weit ist ein Ausbruch zu einem selbst bestimmten Leben erlaubt und möglich. Sind wir alle nur das Produkt unserer Erziehung? Ja und dann passiert manchmal genau das, Menschen brennen alles nieder, damit Neues entstehen kann!

Wunderbare Lektüre!

Erschienen im dtv Verlag, 2018

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pflichtfeld